Bangkok, Featured, Julia, Thailand

One night in Bangkok

30. Dezember 2016

Es gibt einen sehr plausiblen Grund warum der Film „Hangover 2“ in Bangkok gedreht wurde. Alles fing ja ganz locker an.

Also von vorne. Der Flug war gefühlte zwei Mal um die Welt und wir dachten schon, dass wir gar nicht mehr ankommen. Thailand ist (entgegen meiner Überzeugung) ja doch nicht grad ums Eck.

Der Zwischenstop in Doha war ganz gut um sich mal die Füße zu vertreten, daraufhin wollten die restlichen fünfeinhalb Stunden Flugzeit aber garnicht mehr vergehen. Die Erleichterung war groß als wir um sieben Uhr Früh Ortszeit aus dem Flieger steigen konnten.

Gott sei Dank stand schon unser Zimmer in der Buddy Lodge bereit.

Und was für eins! Flauschige Bettbezüge die himmlisch weich waren und schon nach uns schrien, eine wunderschöne Dusche – wobei man gestehen muss dass nach fast 24 Stunden im Flugzeug und am Flughafen jede Dusche WUNDERCHÖN ist – und noch dazu direkt an der Khaosan Road. Na gut, letzteres war uns in diesem Moment relativ egal, zumal wir ja nicht wussten was da auf uns zu kommen würde.

Nach einem ausgiebigen Nickerchen und immer noch müde schleppten wir uns ins Bangkoker Nachtleben.

Auf den belebten Straßen luden viele kleine Stände und Restaurants zum Schlemmen ein. Unsere Freundin Any, die auch gerade mit Freunden in Thailand ist um ihre Familien zu besuchen, gab uns noch ein paar Tipps wo wir gutes Essen finden konnten.

Nach zwei riesen Tellern Pad Thai (gebratene Nudeln mit individuellen Zutaten) gingen wir noch, in guter alter Dumpsinger-Manier, auf einen Jug Bier in eine Bar um den „Reise-Mode“ einzuläuten.

Eigentlich wollten wir ja danach schon wieder ins Hotel um wieder zu schlafen – doch was konnte ein Getränk mit Any und ihren Freunden schon schaden? Man ist ja schließlich nicht jede Nacht in Bangkok!

Wenns halt nur eins geblieben wäre. Und wenn die Buckets (Kübel) nicht so billig wären. Rund 300 Baht, das sind umgerechnet ca. neun Euro und ein paar Zerquetschte, zahlt man in Bangkok für ein Kübelchen.

300 Baht für prickelnde (meistens), erfrischende, wohltuende Drinks die sich wie von selbst leerten. Bis in die frühen Morgenstunden.

Trotz des brennen in den Augen und den furchtbar trockenen Mund als wir am 31. Dezember mittags aufwachten war es ein genialer Abend! Bangkok kann wirklich was! Verschiedene Bars, live Musik und Getränke die in Mengen fließen. Danke an dieser Stelle an Any, Dino, Jani und Robert für den unvergesslichen Abend und die Kopfschmerzen! 😉

31. Dezember 2016

Der nächste Tag war dann genau so wie man das halt kennt und darüber gibt’s auch nicht viel zu schreiben. „Probesterben“ halt. Was dazu führte dass wir erst um 22.00 Uhr abends wieder das Zimmer verließen. Natürlich um zu feiern. Es war ja Silvester.

Wir gingen kurz was essen und trafen uns dann wieder mit Any, Dino, Jani und Robert um gemeinsam ins neue Jahr zu starten. Weil vor einigen Monaten der thailändische König starb, war das „feiern“ allerdings verboten. Es wurde zwar kurz ein Feuerwerk um 24.00 Uhr gezündet, der Verantwortliche wurde aber gleich darauf von der Polizei abgeführt. Die Khaosan Road war bis zum Anschlag mit Feierwütigen gefüllt die mit dem Countdown das neue Jahr einleiteten. Es wurde gefeiert, getrunken und die Leute waren in bester Stimmung.

Weil uns Bier, Gin Tonic und Co. aber nicht so richtig schmecken wollte, waren wir an dieser Silvester-Nacht aber schon relativ bald daheim.

1. Jänner 2016

Wir hatten es also wirklich geschafft. Zwei Tage in Bangkok und wir hatten nur die Th Khaosan gesehen. Ein Vergleich für alle die noch nicht dort waren: Die Khaosan Road ist ja auch nicht grad die längste oder größte Straße. Ungefähr das Stück auf der Linzer Landstraße vom Taubenmarkt bis zur Mozartkreuzung. Nur damit ihr einen Eindruck bekommt. Wir waren nur bei Nacht draußen. Bangkok bei Tageslicht war uns gänzlich unbekannt.

Als wir am Morgen aus dem Hotel gingen und eigentlich zum ersten Mal die Bangkoker Sonne sahen, fanden wir das pure Chaos vor. Ein Bild der Verwüstung. Der beißende Geruch von Alkohol und sämtlichen anderen Flüssigkeiten und Erzeugnissen aller Art stieg uns in die Nase. Fleißige Putzkommandos waren schon dabei den Wahnsinn zu beseitigen. Es sah genau so aus wie man sich das vorstellt wenn tausende Menschen auf einer kleinen Straße beinhart Party machen. Ohne Rücksicht auf Verluste, als ob es keinen Morgen gäbe.

So kam es dass wir die einzigen Menschen auf dieser verwüsteten, dreckigen Straße waren und die Kellner in unserem Frühstücksrestaurant mit uns total überfordert waren. Es wurde noch geputzt, geschrubbt, zusammengekehrt und der unglaubliche Dreck beseitigt den die Leute zurück gelassen hatten.

Dann gings endlich auf zu den Tempeln! Die Thais, die den Eingang mehr oder weniger bewachen, sind extrem streng was die Kleiderordnung betrifft. Nach der Reihe wurden die Leute mit zu kurzen Hosen oder Shirts aussortiert. So auch ich. Und ich weiß, es hat mir JEDER gesagt wie es um die Kleiderordnung steht und ich SCHWÖRE ich war angemessen gekleidet! Langer Rock bis zu den Knöcheln und ein riesiges Tuch, so dass meine Beine und Arme GÄNZLICH bedeckt waren. Doch die alte Dame am Eingang sah das leider nicht so. Sie sah mich, zog mir das Tuch recht unsanft von den Schultern und Armen und sah darunter meine blanken Schultern. Schon flog ich raus. Es reicht leider nicht aus die Haut nur abzudecken – man muss ein vollkommen langärmeliges Shirt und eine lange Hose tragen.

War aber nicht weiter schlimm und wir respektieren natürlich die Kleiderordnung in den Tempelanlagen. Wir gingen zurück ins Hotel um uns umzuziehen. Beim zweiten Anlauf klappte es dann auch und wir durften in den wunderschönen Grand Palace der uns wirklich die Sprache verschlagen hat! Wunderschöne Statuen, Hallen aus Gold und Glitzer und prächtige Gemälde ziehren den imposanten Wat Phra Kaeo – den Tempel des Smaragt-Buddha.

Danach gings noch zum Wat Pho, der einen fünfzehn Meter langen goldenen Buddha beherbergt, der den ganzen Tempel entlang im Saal liegt. Unglaublich schön!

Danach ging es wieder zurück in unser Hotel um uns kurz frisch zu machen.

Mit dem Tuk Tuk gings dann weiter zum Chatuchak-Markt, wo wir uns wieder mit unseren lieben Freunden Any, Dino, Jani und Robert trafen um gemeinsam zu bummeln. Und wie man dort bummeln kann! Shoppen was das Herz begehrt! Wer schon mal in London am Camden-Market war hat einen ungefähren Vergleich. Der Chatuchak ist nur vieeeeeeel größer und zu tausenden tummeln sich die Shopaholics hier in den engen kleinen Gassen wo sich ein außergewöhnliches Geschäft an das nächste reiht. Kleidung, Schmuck, Elektrowaren, Seifen, Restaurants, etc. – dieser Markt lässt keine Wünsch offen!

Leider mussten wir danach von unserer liebgewonnenen kleinen Gruppe Abschied nehmen. Es geht am nächsten Tag zwar für alle nach Chiang Mai, allerdings in verschiedene Teile.

Die ersten Tage waren auf alle Fälle der Hammer und wir freuen uns sehr hier zu sein!

Liebe Grüße aus dem verrückten Bangkok!

Julie und Chrisi