Chiang Mai, Chrisi, Reisen, Südostasien, Thailand

Erste Tage in Chiang Mai

2. Jänner 2017

Pünktlich um halb 8 läutete der Wecker in unserem gut gekühlten Hotelzimmer. Zu packen hatten wir zum Glück nicht mehr so viel, da wir uns darum schon am Vorabend gekümmert hatten. Nach dem Frühstück im Buddy Beer (diesmal war die Restaurantcrew wieder voll auf zack) checkten wir gemütlich aus dem Hotel aus und fuhren mit dem Taxi zum Flughafen Don Muang in Bangkok. Da unsere Rucksäcke ja für 3 Monate gepackt sind, haben wir extra 10 Kilo Übergepäck zu unserem Flug gebucht. Am Check-In angekommen, kam der große Schreck. Gleich mal um 5 Kilo zu viel auf der Waage (bei unserem Gepäck versteht sich, bei mir ist es derzeit noch ein bisschen mehr ). Die Dame am Schalter (eigentlich Ihre Kollegin zur Linken, da unsere kaum Englisch sprach) sagte uns, dass wir bitte diese 5 Kilo aus dem Gepäck ins Handgepäck umräumen sollen. Nach ca. 10 chaotischen Minuten waren unsere Gepäcksstücke dann endlich so weit erleichtert, dass diese ohne weitere Komplikationen eingecheckt wurden. Am Sicherheitscheck vorbei organisierten wir uns noch einen guten Kaffee (der beim Frühstück war eher von der Marke „Aufrollende Zehennägel“). Kurze Zeit später begann auch schon das Boarding für unseren Flug nach Chiang Mai.

Nach dem einstündigen Flug lernten wir am Flughafen drei Nachbarn aus Deutschland kennen, mit denen wir dann auch mittels Rót daang (ein roter Pickup bei dem die Ladefläche als Transportfläche für Fahrgäste dient) ins Stadtzentrum. Nach kurzen Orientierungsschwächen des Fahrers (es könnte aber auch an der englischen Straßenbezeichnung auf meinem Smartphone gelegen haben), kamen wir dann am Hostel an und checkten mal gemütlich ein. Die mit uns gemeinsam angekommene Deutsche (die beiden anderen stiegen eine Station vorher aus) nahm sich auch ein Zimmer in einem Schlafsaal. Julia gab ihr schnell noch Ihre Kontaktdaten, um mal gemeinsam etwas zu unternehmen. Leider hat Sie sich noch nicht gemeldet, vielleicht schläft sie ja noch immer

Die restlichen Stunden des Tages bummelten wir noch durch die Altstadt von Chiang Mai, schlenderten durch enge Gässchen vorbei an schönen Tempeln und kehrten schließlich noch in einer Bar auf ein traditionelles (Dumpsinger Tradition versteht sich) Willkommensbier ein. Beim Heimgehen kauften wir uns dann noch auf einem Markt was zum Essen, Frühlingsrollen, Garnelencurry und Schweinecurry. Das von Julia ausgesuchte Garnelencurry war laut Köchin „not spicy“, Julia war da aber anderer Meinung. Für Julia war das essen kaum genießbar, weil es so scharf war. Ich bin gespannt welche Schärfe im Essen wir nach der Reise vertragen werden. Nach einem gemütlichen und doch ereignisreichen Tag legten wir uns dann entspannt auf unser Stockbett, die Härte der Matratzen erinnert ein bisschen an Almtaler Kalk und Mühlviertler Granit.

3. Jänner 2017

Am Dienstagmorgen wurde mal ein bisschen gechillt, da wir unseren Jetlag noch immer nicht ganz überwunden gehabt hatten. Am frühen Nachmittag gingen wir dann aber wieder auf Erkundungstour durch Chiang Mai. Das heutige Ziel war die Erkundung des Night Bazar und die erfolgreiche Buchung eines Thailändisch-Kochkurses (für diese Aktivität ist Chiang Mai sehr bekannt). Bei einer kleinen Tourist Information angekommen, buchten wir den besagten Kochkurs für den nächsten Nachmittag inklusive Transfer vom Hostel, auch ganz nett. Gekostet hat das ganze 800 Baht pro Person, umgerechnet 21 Euro und ein paar „Zerquetschte“, so günstig bekommt man selten ein Kochbuch bei uns.

Die nette Dame bei der Tourist Information gab uns dann noch ein paar Tipps rund um die Sehenswürdigkeiten in Chiang Mai, worüber wir uns natürlich sehr freuten. Anschließend gingen wir die kleine Straße weiter und machten Halt beim „DADA CAFE“ und gönnten uns Cappuchino (Chrisi, de oide Kaffeefräsn) und einen genialen Smoothie (Julia, die Feinschmeckerin). Nach unserem kurzen Boxenstopp machten wir uns auf in Richtung Kad Luang Market, der direkt nebem den Night Bazar liegt. Dort angekommen streiften wir ein bisschen durch die Markthallen, wobei der Markt bei weitem nicht mit dem Chatuchak Markt in Bangkok mithalten konnte. Ein paar interessante Dinge konnten wir jedoch entdecken, wie zum Beispiel die neuen T-Shirts von Shutterstock (kleiner Insider für unsere Leser aus der Kreativbranche, das Foto dazu findet ihr in der Galerie unten).

Am frühen Nachmittag waren wir dann am Night Bazar angelangt. Wie der Name aber schon verraten dürfte, war zu der Zeit hier noch nicht viel los. Die Menge der leeren eisernen Marktstände ließ aber erahnen, wie sehr es sich am Abend (der Night Bazar ist täglich außer Sonntag von 18:00 bis 24:00 Uhr) abspielen wird. Eine kurze Stärkung holten wir uns danach im Hard Rock Cafe Chiang Mai (auch eine Tradition der Dumpsinger) in Form einer Jumbo Combo bzw. Bier und Wein. Während unseres Aufenthaltes im Hard Rock Cafe zeichnete sich bei mir ein kleines Problem für die nächsten zwei Stunden ab. Das gestern von mir verspeiste Schweinecurry bekämpfte mit ganz unfairen Mitteln meinen Verdauungstrakt , weshalb wir mit hohem Schrittempo (jetzt weiß ich auch warum Gehen eine olympische Disziplin ist) schnell ins Hostel zurückgingen. „Solche Erfahrungen werdet ihr gerade am Anfang öfter machen“ Komischerweise hörten wir diesen Satz von jedem unserer Freunde, die bereits in Asien unterwegs waren. Zum Glück beruhigte sich die Situation im Hostel relativ schnell wieder. Ich ging dann kurz für eineinhalb Stunden runter in den Aufenthalsraum, um ein bisschen zu arbeiten. Julia machte währenddessen ein gemütliches Nickerchen.

So gegen halb sieben zog es uns dann wieder raus aus dem Hostel in Richtung Night Bazar. Kurz vor der Shoppingmeile machten wir aber noch Halt in einem Massagestudio. Julia gönnte sich die „Schmerzen deines Lebens“-Rücken-Schultern-Kopf-Massage und ich ließ mir gemütlich meine Beine massieren. Zum Glück haben wir im Vorhinein bezahlt, sonst hätte ich sicher einen Aufpreis für meine Waden zahlen müssen.

Nach der mehr oder weniger wohltuenden Massage schlenderten wir dann durch den Night Bazar. Im Vergleich zum Chatuchak-Markt wieder nichts besonders aufregendes. Am besten gefiel uns eigentlich der Bereich, an dem ein paar Künstler ihre ausgezeichneten Werke ausgestellt hatten. Zum Abschluss unserer nächtlichen Tour durch den Night Bazar gönnten wir uns am Food Court noch ein ausgezeichnetes Ananas Curry. Geschafft und mit ein bisschen Frühstück im Gepäck gingen wir zurück ins Hostel, wo sich schon richtig Vorfreude breit machte. Am Mittwoch geht’s zum Thai-Kochkurs!

4. Jänner 2017

Sichtlich geschafft und noch etwas müde vom Vortag gestalteten Julia und ich unseren Vormittag eher gemütlich mit einem kleinen Frühstück, etwas Arbeit und dem ersten Blogbeitrag, ehe wir um halb zwei vor unserem Hostel zum Kochkurs abgeholt wurden. Bei der Kochschule angekommen, wurden wir herzlichst empfangen und gebeten vier unterschiedliche Gerichte auszuwählen, die von uns an diesem Nachmittag zubereitet werden sollten. Julia entschied sich für eine Suppe mit Kokosmilch (Tom-Kha-Gai) als Vorspeise, Süß-Saures Gemüse als Zwischengang und eine schärfere rote Currypaste für das dazu passende Panang Curry mit Hühnerfleisch. Ich entschied mich für Satay-Hühnerspieße, Pad Thai und eine grüne Currypaste mit natürlich grünem Curry mit Hühnerfleisch. Als fünften Gang wurden von allen Teilnehmern Frühlingsrollen zubereitet.

Gestartet wurde der Kochkurs mit der Vorspeise. Der nette Kochlehrer zeigte mir zuerst, wie die Satay-Soße zubereitet wird. Zuerst wird rote Currypaste mit Öl im Wok erhitzt, danach kommt noch etwas Currypulver und Kurkuma dazu. Das ganze wird dann mit Kokoscreme aufgegossen und mit Erdnüssen verfeinert. Als letzte Zutat kommt noch Kokosblütenzucker hinzu. Nach ca. 10 Minuten hat die Soße dann die richtige Konsistenz für die Hühnerspieße. Die Spieße wurden mit Currypulver, Kurkuma, Sojasoße und Milch mariniert und danach am Grill gebraten. Nach kurzer Zeit war das erste Gericht fertig. Julia machte inzwischen Ihre leckere Tom-Kha-Gai. Als nächstes waren die Frühlingsrollen dran, danach kamen wir zu den Currypasten. Darauf habe ich mich eigentlich am meisten gefreut, da ich ja so ein riesen Fan von Thai-Currys bin. Die Zutaten für die grüne Paste waren sehr exotisch und bei uns bestimmt sehr schwer zu bekommen. Viele grüne Chilis, frischer Kurkuma, Ginza, Korianderwurzel, Zitronengras, Koriandersamen, Kreuzkümmel, Galangal und die Schale der Kaffernlimette. Alles wurde klein gehackt und dann zusammen in einem Mörser zur fertigen Currypaste zerstoßen. Die fertige Paste hält sich mit ein bisschen Öl bis zu einem Monat. Ich war am Anfang etwas geschockt von den vielen Chilis, im fertigen Gericht war die schärfe aber dann voll in Ordnung. Nachdem die Paste fertig war, bekamen wir die weitern Zutaten für das Curry und auch für das letzte Gericht, in meinem Fall Pad Thai. Am Wok angelangt wurde dann zuerst das Curry und dann das Pad Thai gekocht. Beide Gerichte schmeckten sowas von gut, aber ich werde euch sicher persönlich von oft genug davon vorschwärmen oder euch das Gericht selbstgekocht oft genug unter die Nase reiben.

Nachdem wir alle unsere Gerichte verputzt hatten, wurden wir mit einem Rót daang (dieses war aber eher ein Grau daang, weil es grau war … sorry für den schlechten Chrisi-Witz ) wiede zum Hostel gebracht. Den restlichen Teil des Abends zeichnete Julia ein paar Wanna-Dos für die Tattoo-Convention am Wochenende und ich widmete mich meiner Arbeit und den Zeilen des zweiten Blogbeitrages.

Bis Mittwoch sind wir noch in Chiang Mai, danach begeben wir uns für ein paar Tage westlich nach Pai.

Bis bald miteinander!
Julia und Christian