Chrisi, Laos, Reisen, Südostasien

Endspurt in Laos

Dienstag, 24. Jänner 2017

Morgens um halb sechs wurden wir von unserem Wecker aus dem Schlaf gerissen und das mit gutem Grund. Um halb sieben mussten wir fertig zusammengepackt bei der Rezeption stehen, damit wir den Minivan nach Vang Vieng nicht verpassen. Vang Vieng ist ein kleines Dorf zwischen Luang Prabang und der Hauptstadt Vientiane und ist bekannt für das Tubing, bei dem man sich gemütlich mit einem Reifen auf dem Fluss hinuntertreiben lässt und dabei bei verschiedenen Bars (mittlerweile sind es nur noch zwei) den einen oder anderen Drink konsumieren kann. Mit einer Verspätung von einer halben Stunde wurden wir dann vom Hostel abgeholt und unser kurzer Trip Richtung Süden begann.

Die Straßen waren sehr holprig und kurvig, aber das waren wir ja schon von unserer langen Busfahrt nach Luang Prabang gewohnt. Nach ca. einer Fahrstunde blieb der Fahrer des Minivans plötzlich stehen und prüfte etwas am linken Vorderreifen. Kurze Zeit später drehte er mit dem Minivan um und steuerte das nächste Dorf an, um einen Mechaniker zu finden. Das hat man davon, wenn man alle Schlaglöcher im Harakiri Modus überrollt, haben wir uns nur gedacht. Nach einem ca. 15-minütigem Boxenstopp konnte die Fahrt aber wieder weitergehen. Die nächsten Kilometer durch die laotischen Berge waren so schön anzusehen, dass ich vom ganzen aus dem Fenster gucken direkt Nackenschmerzen bekam. Die Gebirgsstraße ging fast bis zum Gipfel des höchsten Berges hinauf, das Panorama dort war atemberaubend. Das lässt das Herz eines jeden Österreichers höher schlagen

Zwischen Luang Prabang und Vang Vieng machten wir an einer Tankstelle eine kurze Pause, wo wir uns ein bisschen die Beine vertreten konnten. Hinter der Tankstelle erblickte Julia ein kleines Gehege in dem sich 5 kleine Hundewelpen herumtollten. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie süß diesen kleinen Hündchen waren. Ich brachte Julia fast nicht mehr weg von ihnen. 😀

Eine Stunde später kamen wir dann endlich in Vang Vieng an. Zu unserm Glück blieb der Bus direkt gegenüber unseres Hostels stehen und unser Zimmer war auch schon bezugsfertig. Wir bekamen von der Dame an der Rezeption eine kurze Einführung über die Aktivitäten in Vang Vieng, unter anderem gibt es hier eine Space Bar in der man Joints und Pizzen mit halluzinogenen Pilzen konsumieren kann. Wir interessierten und aber für das Tubing und erkundigten sich, wo man diese Tickets dafür bekommt. Da uns aber auch schon der Hunger etwas gepackt hatte, gingen wir in den Ortskern um unseren Hunger zu bekämpfen.

Den restlichen Tag wurde wieder fleißig im Pixelatelier gearbeitet, und am Abend genossen Julia und ich noch ein paar Drinks in den örtlichen Bars.

Mittwoch, 25. Jänner

Nach einem gemütlichen Frühstück in unserem Gästehaus machten wir uns gegen Mittag auf den Weg zum Büro der Tubing-Firma, das nur wenige Gehminuten entfernt war. Dort angekommen bezahlten wir die 55000 Kip pro Person (nicht ganz 6,50€) und stiegen auf einen umgebauten Lieferwagen (ein normales laotisches Taxi), der uns kurz darauf zur Einstiegstelle am Fluss fuhr. Im Taxi lernten wir Frances und Greg, ein Ehepaar aus Amerika, kennen und verstanden und auf Anhieb sehr gut mit Ihnen. Nach der ca. 10 minütigen Fahrt schnappten wir uns unseren Schlauch und begannen unsere Reise in unbekannten Gewässern. Nach ca. 5 Minuten wartete auch schon die erste Bar auf uns. Nichts wie raus aus dem Wasser und 2 Bier gekauft (das Bier war in den Bars doppelt so teuer wie sonst wo in Laos). Wir saßen gemütlich mit unseren neuen Bekannten und einem weiterem Pärchen (Andrew aus den USA und seiner australischen Freunden, deren Name ich jetzt leider vergessen habe) beisammen und quatschten über Trump und die Welt 😀

Als wir schon fast in der ersten Bar versumpert wären (ich glaube wir waren sicher mindestens 1,5 Stunden dort), beschlossen wir uns auf den Weg zur zweiten Bar zu machen. Wie viele Bars es genau sein werden, wussten wir gar nicht so genau. Wir hörten, dass es 2 oder 3 seien. Früher waren es an die 10-15 Bars, doch wegen der immer häufiger ertrinkenden Alkoholleichen wurde die Anzahl der Bars in den letzten Jahren drastisch gesenkt. Am Ende stellte sich heraus, dass wir uns bereits am Weg zur letzten Bar befanden.

Die Fahrt dorthin war äußerst gemütlich und schön, wir trieben sehr gemächlich flussabwärts. Wir unterhielten uns sehr gut mit den beiden Pärchen und hatten eine tolle Zeit. Nach ca. einer Stunde waren wir dann an der zweiten Bar angelangt und starteten gleich wieder mit einem Bier und ein paar Runden Beer-Pong. Wir haben dieses amerikanische Trinkspiel, dass man aus so ziemlich allen Hollywood-College-Filmen kennt, zum ersten Mal gespielt … lustig wars auf alle Fälle

Nach dem Sonnenuntergang, den wir gemütlich mit einem Getränk am Lagerfeuer bestaunten, wurden wir vom Taxi wieder abgeholt und zurück nach Vang Vieng gebracht. Da wir alle schon fast am Verhungern waren, gingen wir gemeinsam noch in eine Bar und ließen den gemütlichen Tag mit ein paar Bierchen noch ausklingen. Übrigens gab es in der Bar auch ein Wiener Schnitzel auf der Karte. Glauben wir zumindest, aber seht einfach in der Galerie nach, ob wir da richtigliegen.

Donnerstag, 26. Jänner

Katerstimmung … jaja, das hat man davon, wenn man mit 30 Jahren zu viel Bier trinkt. 😀
Naja, so schlimm war der Kater eigentlich gar nicht und nach dem Superomelett als Frühstück (da war einfach alles drin und noch viel mehr) konnte eigentlich nichts mehr schiefgehen. Julie und ich mieteten uns einen Roller gegenüber unserem Gästehaus, um die umliegende Landschaft von Vang Vieng zu erkunden. Es gibt hier unter anderem eine Blue Lagoon und ein paar nette Höhlen zu sehen. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Als erstes steuerten wir die Blue Lagoon an, die wir nach ca. einer halbstündigen Mopedtour durch die wunderschöne Landschaft (die Fotos sagen mehr als 1000 Worte) erreichten. Neben der Möglichkeit zur Erfrischung (ja das Wasser dort war wirklich erfrischend, Temperatur lag irgendwo zwischen Hinternbach und Attersee 😉 ) konnte dort auch eine Höhle besuchen, was wir natürlich gleich als erstes machten. Doch um zur Höhle zu gelangen, mussten wir zuerst eine Vielzahl an viel zu großen Stufen überwinden. Wir hassen Stufen …

Die Höhle war dafür sehr interessant und wir kletterten fast eine Stunde darin herum. Als wir dann wieder runter zur Blue Lagoon gingen, gönnten wir uns selbst eine Erfrischung im kühlen Nass und sahen danach noch ein paar Touristen zu, wie sie sich nicht vom ca. 3-4 Meter hohen Baum springen trauten.

Wir setzen uns wieder auf unseren Roller und steuerten das nächste Ausflugsziel an. Nicht weit von der Lagune entfernt gab es einen Lookout, der mit einem atemberaubenden Ausblick Werbung machte. Über einer sehr holprige Schotterstraße gelangten wir zum Fuße eines kleinen Berges (für Österreicher eher ein Hügel), auf den der Lookout „montiert“ wurde. Uns erwarteten 20 Minuten voller … ratet mal … S T U F E N ! ! ! Nach unserem gestrigen Tubing Ausflug mit katerlichen Begleiterscheinungen an Folgetag ließen wir uns genügend Zeit den Lookout zu erklimmen. Die Aussicht dort oben war so atemberaubend schön, dass wir gar nicht mehr nach unten gehen wollten (oder wegen der Stufen, kann natürlich auch sein).

Am Abend kamen wir richtig geschafft zurück in unsere Unterkunft. Das einzige was natürlich fehlte, war eine ordentliche Mahlzeit im Magen. Laut Tripadvisor gibt es ein Deutsch/Thailändisches Restaurant in Vang Vieng, das sehr sehr gute Bewertungen vorzuweisen hat. Wir dachten uns, warum nicht und gingen auf ein großes Schnitzerl mit Bratkartofferl und Erdöpfösolot (dt. Kartoffelsalat). Und wie gut das war …

Nach der Mahlzeit unterhielten wir uns noch ein wenig mit dem Eigentümer des Restaurants, einem Thailänder, der 30 Jahre in Freiburg gelebt hat. Er erklärte uns ein bisschen, wie der Hase in Laos so läuft. War ganz interessant.

Das war dann auch schon wieder unser letzter Abend in Vang Vieng. Die letzten beiden Tage verbrachten wir dann in der Hauptstadt Vientiane, einen Reisebericht dazu wird es nicht geben, da es dort nichts Erwähnenswertes gibt! Von der Hauptstadt waren wir etwas enttäuscht, speziell nach Luang Prabang.

Liebe Grüße und bis bald!
Julia und Chrisi