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Einmal quer durchs Land – Hallo Laos!

Das war sie also – die wohl längste und schlimmste Busfahrt unseres Lebens. Ein Höllenritt, wenn man so will.
Um sechs Uhr morgens holte uns ein Shuttle von unserem Hostel in Chiang Rai ab und brachte uns an die thailändische Grenze. Dort reisten wir aus Thailand aus und ein Bus chauffierte uns über den Mekong an die Laotische Grenze. Das Visum für Laos erhalten Österreicher direkt bei der Einreise für 35 US Dollar. Deutsche Touristen kostet die Einreise nach Laos dagegen nur 30 US Dollar.

Es liegt wohl an Chrisis ariaschem Auftreten – den blitzblauen Augen und sonnengeküssten blonden Haaren – dass er nur 30 US Dollar zahlen sollte. Nichts desto Trotz stand er aber zu seiner österreichischen Herkunft und legte noch fünf Dollar drauf. 😉

Mit einem Bus ging es zuerst zu einem (ich nenne das jetzt mal so) „Touristen-Sammel-Zentrum“, wo uns die nächsten Schritte erklärt wurden und wir Sandwiches kaufen konnten.
Danach wurden wir in Gruppen für das Slowboat und den Bus nach Luang Prabang aufgeteilt.

Wir haben lange überlegt mit welchem Verkehrsmittel wir den Weg antreten sollten und haben uns schließlich für die rund 14-stündige Busfahrt entschieden.
Durch das Slowboat hätten wir einen Tag verloren und hätten zusätzlich eine Nacht im Hostel bezahlen müssen. Mit dem Bus ist es billiger, schneller und man spart sich eine Übernachtung.
Wir mussten fünf Stunden auf der Bushaltestelle totschlagen, ehe der Bus um 16.00 Uhr Richtung Luang Prabang aufbrach.

Zu diesem Zeitpunkt wussten wir ja noch nicht was da auf uns zukommt.

Noch bevor der Bus wegfuhr, wurden Plastiksackerl ausgeteilt. Nur ein paar Minuten nach Abfahrt war uns dann auch klar warum.
Die Asiaten vertragen das Reisen scheinbar nicht wirklich. Man hat ja schon diverse Geschichten darüber gehört, allerdings glaubt man es nicht, solange man es nicht mit eigenen Augen mitansehen muss. Nachdem wir ungefähr zehn Minuten unterwegs waren und ich ein bisschen eingedöst war, wurde ich von würgenden und hustenden Hintergrundgeräuschen aus dem Halbschlaf gerissen.

Es wurde gekotzt was das Zeug hielt! Rund 20 Asiaten mussten sich fast zeitgleich übergeben. Vor uns, hinter uns und neben uns – und wir mitten drin. Oh mein Gott! Von diesem Zeitpunkt an galt die Devise: Augen zu und durch!

Da die Busse auch für eher kleine Leute vorgesehen sind, hatte Chrisi große Mühe seine Füße irgendwo unterzubringen. Unter Beschallung von asiatischen Schlagern (genau genommen drei verschiedenen asiatischen Schlagern – mehr gab die Playlist des Fahrers nicht her) und den gelegentlichen monotonen Hintergrundgeräuschen von sich übergebenden Asiaten, dösten wir von Zeit zu Zeit ein.

Da ich eigentlich von Anfang an nicht viel Hoffnung hatte, dass wir diesen Höllenritt heil überstehen würden, war ich nicht sonderlich überrascht, als der Bus nach einigen Stunden unter lautem Knattern und Hupen plötzlich halt machte.
Irgendwo in der laotischen Wildnis, zwischen Felsen und dichtem Dschungel gingen die Lichter aus.

Die Verantwortlichen rannten mit Taschenlampen hin und her und keiner wusste so genau was los war. Nur eines war ganz offensichtlich: der Bus bewegte sich keinen Meter mehr. Wir blieben ganz gelassen auf unseren Sitzen und beobachteten das Treiben rund um den Bus. Es wurde getreten, gehämmert und repariert. Als nach ca. einer halben Stunde einige (allen Anscheins nach sehr unwichtige) Teile unseres Buses einen neuen Platz neben den Fahrgästen gefunden hatten, konnte die Fahrt weitergehen.

Ich und mein Steißbein freuten sich sehr, als wir um halb sechs in der Früh am Ziel angelangt waren und wir stiegen gleich in ein Tuk Tuk-ähnliches Taxi, dass uns ins Zentrum brachte.

Um sechs Uhr jeden Morgen gehen hier die Mönche durch die Straßen und sammeln Essen ein. Wir kauften bei einer netten Dame einen Korb voller Reis und diversen Snacks, die wir den Mönchen anboten. Danach gings ins Hostel, wo wir weitere vier Stunden totschlagen mussten, bis wir endlich unser Zimmer beziehen konnten.

Luang Prabang

20. Jänner 2017

Luang Prabang ist die Hauptstadt der Provinz Luang Prabang im bergigen Norden von Laos und wurde 1995 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. 32 buddhistische Klöster sowie die gesamte französische Kolonialarchitektur in der Stadt wurden unter Denkmalschutz gestellt und werden seitdem restauriert.
Viele nette Bars, Weinläden und Geschäfte säumen die netten Straßen der Stadt. Besonders gefallen hat uns der tägliche Nightmarket. Eine Gaumenfreude jagt die nächste und lädt zur Völlerei ein.

21. und 22. Jänner 2017

Nachdem wir glücklicherweise wieder eine Nacht in der horizontalen Ebene verbringen durften, nutzten wir den Tag um,durch die Stadt zu schlendern und verschiedene Bars und Gallerien anzusehen.
Unser Abendprogramm war eines der Highlights laut Tripadvisor: der Sonnenuntergang am Mount Phousi. Hunderte Treppen führen auf den „Berg“, den wir Österreicher eher als Hügel bezeichnen würden. Die chaotischen Stufen und Steine reichten allerdings, um diverse Lungenflügel brennen zu lassen ;). Ich hasse Stufen. Oben abgekommen hat man eine ganz wunderbare Aussicht über die Stadt und die Umgebung. Schade ist nur, dass man sich den Ausblick mit hunderten anderen Touristen teilt. Es wird geschupst und gedrängt, um sich den besten Ausblick für den Sonnenuntergang zu sichern. Nichts desto Trotz war es aber ein wirklich wunderschöner Sonnenuntergang, den wir sehr genossen haben! ABER!
Was mich an Asien ziemlich stört ist der Umgang mit Tieren. Und ja, ich bin mir dessen sehr wohl bewusst, dass in Österreich und generell in Europa Tiere auch oft genug gequält werden und der Umgang mit Lebewesen oft nicht sehr respektvoll ist. Ich will an dieser Stelle auch keine Grundsatzdiskussion über Tierethik oder Moral heraufbeschwören. Es geht mir hier eher um gewisse Unsinnigkeiten der Asiaten, die ich einfach nicht verstehen kann!

Wie beispielsweise die Schlüsselanhänger mit lebendigen Schildkröten, Küken usw, die in Asien verkauft werden. Unter den Argument, das hier in der Region wohl alles rechtfertigt: Es bringe Glück.
Viele Händler machen ein Geschäft daraus, je zwei Spatzen in winzig kleinen Käfigen, kaum größer als eine männliche Faust, zu verkaufen. Die Vögel werden eingefangen, um danach von Touristen gekauft und freigelassen zu werden. Ich war so sauer als ich die unzähligen kleinen Vögel gesehen habe, gleichzeitig habe ich mir aber auch gedacht dass man diesen Mist nicht unterstützen darf.
Mit einer unglaublichen Wut im Bauch rang ich eine Zeit lang mit mir selbst ob ich wenigsten ein paar der Vögel eine zweite Chance erkaufen sollte. Ich kam zu den Entschluss, dass genau dieses Geld die Leute zum Weitermachen motiviert und ließ es bleiben.

Als die meisten Touri´s abgezogen waren, beobachtete ich eine alte Frau, welche die Käfige samt den kleinen Vögeln in einen Plastiksack stopfte und weiterziehen wollte. IN EINEN PLASTIKSACK!!! Das war der Zeitpunkt, an dem mir dann endgültig der Kragen geplatzt ist! Nach einer kurzen Diskussion mit der Frau, aus der ich wie erwartet nicht schlau wurde, kaufte ich vier Spatzen frei und schickte sie zurück in den Wald.
Ich hoffe sie sind jetzt schlauer und lassen sich nicht mehr einfangen.

Wir hatten danach noch einen sehr schönen Abend am Nachtmarkt und fanden die wohl besten Nudeln und „Fresh Springrolls“, die es im ganzen asiatischen Raum gibt. 🙂

Den nächsten Tag verbrachten wir mit Sightseeing. Wir besuchten das National Museum von Luang Prabang, und einen Tempel und genossen einfach das Flair der Stadt. Am Abend besuchten wir wieder unseren liebgewonnenen Essensstand und schaufelten gebratene Nudeln sowie andere Köstlichkeiten in uns rein! 😉

Liebe Grüße und bis bald!
Julia & Chrisi