Allgemein, Chiang Mai, Julia, Südostasien, Thailand

Ein Tag mit Elefanten

10. Jänner 2017

Das mit den Besuch bei gewissen Einrichtungen in denen Tiere gehalten werden ist ja immer so eine Sache. Auf der einen Seite möchte man unbedingt „fremde“ Tierarten sehen, auf der anderen Seite will man aber auf keinen Fall Einrichtungen unterstützen, in denen Lebewesen schamlos ausgenutzt werden.

Hundertprozentig kann man sich nie sicher sein ob man nun eine gute oder schlechte Wahl trifft. Die gefühlten tausend Anbieter in Chiang Mai, die Exkursionen zu Dickhäutern, Tigern usw. anbieten, machen es da einem auch nicht leichter.

Von unseren zwei lieben Freunden Miriam und Dominic bekamen wir allerdings den Tipp uns die „Elephant Discovery“ mal anzusehen. Die beiden haben Jahre zuvor schon über diesen Anbieter einen Tag bei Elefanten verbracht.

Wir wurden in der Früh um halb 8 vom Hostel abgeholt und fuhren ca. 3 Stunden mit einem Geländewagen durch den thailändischen Dschungel. Wo genau wir da waren wissen wir bis heute nicht. Ist aber auch nicht so wichtig.

Wir wurden gleich mit unseren großen grauen Kameraden bekannt gemacht, mit denen wir den Tag verbringen würden. Mein persönlicher Eindruck: Elefanten sind wie große Kühe und ich liebe sie! Die sind ja sooo groß! Aber auch sooo lieb! Da wird nicht gedrängelt oder geschupst und die Elefanten strahlen so eine Ruhe aus. Trotz ihrer Größe braucht man sich gar nicht fürchten.

Wie sie alle geheißen haben, habe ich natürlich schon wieder vergessen. Zumal es ja thailändische Namen sind und das die Sache mit dem Merken nicht einfacher macht.

Was ich noch weiß ist, dass unser Elefant eine Elefantendame namens (und ich schreib das jetzt einfach mal so wie wir es sagen) „Boloi“ war. Sie ist die Älteste im Dorf und ca. 45 Jahre alt. Elefanten werden übrigens ungefähr so alt wie Menschen – zwischen 70 und 80 Jahre. Wirklich erstaunliche Tiere! Am meisten Spaß hatten wir allerdings mit dem kleinen Elefanten-Baby. Wobei „klein“ hier wahrscheinlich nicht der richte Ausdruck ist. Er ist immerhin so groß wie ich und schon 400 Kilo schwer. Ein richtiger Wonneproppen quasi! 😉

Nach einer kleinen Willkommensrunde, in der wir den Elefanten massig Bananen und Zuckerrohr zum Knabbern gaben, wurden sie von uns mal ein bisschen abgeschrubbt und gebadet. Der kleine Elefant (keine Ahnung mehr wie sein Name war…) tauchte immer wieder unter und schien wirklich gefallen an der Plantscherei zu haben. Man musste allerdings immer aufpassen, dass er einen nicht über den Haufen rannte. Der kleine weiß noch nicht so recht mit seiner Kraft umzugehen.

Danach ging´s zu einem Spaziergang durch den Dschungel.

Der Aufstieg auf die großen Tiere gestaltete sich für Chrisi und mich dann doch etwas schwieriger als gedacht. Mit Müh´ und Not hieften wir uns auf unsere gute alte Boloi und machten dabei eine eher bescheidene Figur.

Dafür klappte das Reiten dann umso besser. Wobei man gestehen muss, dass die Elefanten den Weg ja schon kennen und man selbst nicht wirklich was machen muss. EGAL! Nun saßen wir also auf dem Rücken unseres Elefanten und spazierten durch den thailändischen Dschungel als hätten wir im Leben nichts anderes gemacht! Nichts konnte uns stoppen! Wir verwendeten die gerade gelernten Kommandos wie zum Beispiel „Bon“, wenn die Elefanten den Mund für Futter öffnen sollen, „Jana“ für „aus!“ oder „nein!“, wenn die unterwegs anfingen den Dschungel leer zu fressen und „Didi Didi Didi….“, wenn sie ihre Sache gut machten! Wie Profis eben! 😉

(Memo an meine kleine Schwester: Dein Spitzname bedeutet in Thai so viel wie „brav“ oder so – irre oder? 😉 )

Nachdem wir Flüsse überquert und Felsbrocken überwunden hatten, kamen wir bei einem kleinen Wasserfall an, wo schon lecker Pad Thai und Früchte für uns bereit standen. Wir aßen und quatschen ein bisschen mit den anderen Besuchern aus England, Polen und der Schweiz. Zwischendurch musste man immer aufpassen, dass man nicht vom „Babyfant“ umgeschupst wird.

Die Elefanten gruben derweilen den Dschungel um und konnten ganz ungestört fressen, rumlatschen  und/oder den Paarungsakt vollziehen. Richtig. – wir waren live dabei! Für alle, die quasi mal einen Babyelefanten sehen wollen: In zwei Jahren gibts dort höchstwahrscheinlich wieder einen zu sehen. So lange sind Elefanten nämlich trächtig.

Nachdem alle gegessen hatten, verfütterten wir das restliche Obst noch an die Elefanten und badeten sie anschließend nochmal im Wasser. Als „Seife“ diente eine Art Wurzel, die von den Männern vorher zerhackt wurde. 100 Prozent Bio wenn man so will! 😉

Danach ging´s dann zurück ins Elefanten-Camp und wir verabschiedeten uns von unserer alten Lady.

Alles in Allem glauben wir, dass es den Elefanten in diesem Dorf wirklich gut geht. Mit Sicherheit kann man das zwar nie sagen, aber wir haben weder Zäune noch andere Dinge gesehen, die auf Gegenteiliges schließen lassen.

Die Elefanten dort gehören zu dem Dorf und die Einnahmen (ca. 2400 Bath pro Person) werden für Fressen ausgegeben. In der Trockenzeit muss Futter zugekauft werden, weil nicht genügend zur Verfügung steht. Alles was übrig bleibt kommt dem Dorf zugute. Klingt also nach einer echt guten Sache.

Danke fürs Lesen!
Julie und Chrisi